Zu Beginn des Jahres habe ich mich für ein Medienstipendium bei Nationalparks Austria beworben und wurde zu meinem Glück auch ausgewählt. Deswegen durfte ich Anfang Juli zwei Wochen im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol verbringen.

Anfangs war ich noch sehr skeptisch mit der Auswahl meines Nationalparks. Meine Sorge war, dass es kaum Tiere zu fotografieren gibt und der Gedanke, „nur“ die Landschaft fotografieren zu können, machte mir Angst. Ich fotografiere zwar unglaublich gerne die schönen (Berg)Landschaften in Österreich, jedoch schlägt mein Herz für unsere Tierwelt und dabei fühle ich mich wohl.

Der Plan einer Vogel-Fotostrecke wurde also mit der Wahl des Nationalparks erstmal auf Eis gelegt und ich erkundigte mich stattdessen im Internet, was denn die Hohen Tauern zu bieten haben und wofür sie bekannt sind. Neben den vielen Dreitausendern und dem Gletscher fiel mir ein Titel bei den Sommerangeboten besonders auf:

„BIG FIVE – Wildtierbeobachtungs- & Fotosafari“.

Doch was hatte es damit auf sich? Die großen Fünf sind Tiere, die charakteristisch für den Nationalpark sind. Dazu zählen Bartgeier, Steinadler, Murmeltiere, Gämsen und Steinböcke.

Mir fiel ein kleiner Stein vom Herzen, den scheinbar war auch die Tierwelt in Osttirol nicht zu unterschätzen. Für mich war also ganz klar: Das wird das Thema für die zwei Wochen und alles Weitere wird sich schon zeigen.

Bereits am ersten Tag meines Aufenthaltes machte ich bei der besagten Wildtierbeobachtungs- & Fotosafari mit und schnell war klar, dass mein Plan nicht so klappen würde, wie ich mir das vorgestellt hatte. Einer der netten Nationalpark Ranger erklärte uns alles über das Verhalten und das Leben der Big Five. Er erzählte auch, dass der Nationalpark natürlich kein Zoo ist, wo man jedes der Tiere sofort oder überhaupt sieht. Im Nachhinein muss ich gestehen, dass ich da wohl ziemlich naiv war. Nichts desto trotz war bereits der erste Tag ein sehr entscheidender. Neben einem weißen Rehbock gab es unendlich viele Vögel, mit denen ich nicht gerechnet hatte und mir wurde bewusst, dass die Tiere – in welcher Art auch immer – doch noch Teil der Fotostrecke werden.

Ich wollte mich aber nicht wieder erneut auf ein bestimmtes Projekt versteifen, sondern einfach abwarten, was auf mich zukommt. Im Nachhinein war das vielleicht der Schlüssel zum Erfolg. Das Glück war auf meiner Seite und es wurde immer deutlicher, dass mein Herzensprojekt – die Vogelwelt  – vielleicht doch realisierbar ist.

Jeden Tag wurde die Liste der fotografierten Vogelarten länger und somit auch die Motivation immer größer.

Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und möchte am liebsten alles sofort machen und alles muss möglichst schnell gehen. Nicht aber beim Fotografieren, denn da bin ich mit einer unglaublichen Engelsgeduld gesegnet und kann stundenlang an einer Stelle warten, ohne dass es mir langweilig wird oder ich keine Lust mehr bekomme – eine extrem wichtige Eigenschaft bei der Wildtierfotografie. Wenn man dann auch noch, dank eines Stipendiums, zwei Wochen ungestört machen kann was man will, artet das Ganze etwas aus, wie zum Beispiel beim Mauerläufer. Ich habe tatsächlich über 8 Stunden an einer Stelle auf den perfekten Moment gewartet und das hat sich bezahlt gemacht. Durch die lange Beobachtung konnte ich herausfinden, auf welcher Höhe das Nest der Mauerläufer liegt und so war die Flugstrecke vorhersehbar. Wenn gerade keine anderen Wanderer vorbei kamen wurde ich auch mit ihrer  Zutraulichkeit überrascht und konnte manchmal gar nicht fotografieren, da der Vogel viel zu nah war. Dieser Tag war wirklich etwas ganz besonderes, denn ich versuche diesen Vogel bereits seit über drei Jahren zu sichten. Dass nun auch solche Fotos entstanden sind und ich ihn nicht nur beobachten konnte, verdanke ich definitiv dieser Engelsgeduld.

Am Ende der zwei Wochen war dann wirklich klar: Ja, es wird eine eigene Fotostrecke nur über Vögel geben! Ich habe mein ganzes Herzblut in dieses Projekt und dessen Umsetzung gesteckt und möchte euch nun ein paar meiner Lieblingsbilder zeigen.

Die komplette Fotostrecke mit allen Bildern samt Text findet ihr hier: Unberührte Vogelwelt

Wenn ihr auch meine zweite Fotostrecke oder die Ergebnisse der anderen Medienstipendiaten sehen wollt, die wirklich sehr sehenswert sind, dann gehts hier entlang: Medienstipendien 2017

Am Ende noch ein riesiges Dankeschön für diese unglaublich tolle Möglichkeit. Danke liebe Mitarbeiter des Nationalparks Hohe Tauern, danke Nationalparks Austria, danke Landhaus Tauerer und danke an den Alpengasthof Patsch, wo sich Wirtin Hanni um mich gekümmert hat wie um eine Tochter.